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Ob als Power-Snack, fruchtiger Süßigkeitenersatz oder zum Würzen: Aus getrocknetem Obst, Gemüse, Pilzen und Kräutern lassen sich bekannte Fertigprodukte einfach selbst herstellen.

Getrocknete Tomaten
Maksims / stock.adobe.com
  • Trockenobst hat einen höheren Energiegehalt als frisches Obst. Platzsparend sind Apfelringe und Birnenschnitze ideale Wegbegleiter für Schule, Beruf und Sport.
  • Trocknen braucht Zeit und Energie. Wer häufig viele Lebensmittel trocknet, spart mit einem Dörrautomat Kosten.
  • In Lebensmitteln, die einen geringen Wassergehalt haben, können sich Mikroorganismen nicht mehr vermehren. Das Lebensmittel ist haltbar.
  • Definition: Entzug von Wasser durch Wärmeeinwirkung.

Getrocknete Energiebündel

Bei getrockneten Lebensmitteln handelt es sich um wahre "Kraftpakete": Durch den Wasserentzug konzentrieren sich einige Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe stark. Das Aroma wird intensiver. Der Energiegehalt ist auf das Gewicht bezogen deutlich höher als bei frischen Produkten. Schon 100 Gramm getrocknete Äpfel enthalten vier- bis fünfmal so viele Kalorien wie 100 Gramm frischer Apfel. Trockenobst ist daher ein idealer Zwischensnack zum Beispiel vor dem Sport. Als Orientierung gilt: Eine Portion ist etwa eine kleine Handvoll.

Rezepte fürs Trocknen

Asiasuppe mit Gemüse

Selbstgemachte Instant-Suppe

Waschen und zerkleinern Sie verschiedene Gemüsearten und Kräuter (zum Beispiel Ingwer, Rote Bete, Sellerie, Karotten, Paprika, Kartoffel). Mixen Sie das Gemüse mit einem Küchengerät zu einer feinen Paste. Pro 100 Gramm Gemüse etwa 10 Gramm Salz (wirkt zusätzlich konservierend) untermengen. Die Paste im Backofen bei 70 Grad Celsius über mehrere Stunden trocknen, bis die Masse zu Pulver wird. Das Pulver mit Wasser aufgießen – fertig ist Ihre selbstgemachte Instantsuppe.

Tipp: Als Einlage eignen sich zum Beispiel Nudeln oder Reis (auch vom Vortag) und frisches Gemüse.

Gemüsechips

Gemüsechips

Legen Sie Gemüsescheiben auf einem Backblech aus und beträufeln diese mit etwas Olivenöl. Bei 80 Grad Celsius wird das Gemüse für 20 Minuten im Backofen getrocknet. Kippen Sie danach die Backofentür und backen alles noch einmal bei 120 Grad Celsius für etwa 20 Minuten. Das Rezept klappt auch im Dörrautomat.

Tipp: Am besten eignen sich zum Beispiel Karotten, Süßkartoffeln, Zucchini oder Rote Beete. Eine selbstgemachte Kräutermischung verleiht den Gemüsechips eine individuelle Note.

Kräuter hängen zum Trocken an Leine

Kräutermischung

Verschiedene Kräuter an Büscheln im Freien oder über der Heizung 4-5 Tage trocknen lassen (in der Mikrowelle bei etwa 300 Watt 6-10 Minuten).

Tipp: Für Fleischgerichte eignet sich besonders eine Kombination aus Rosmarin, Basilikum, Thymian, Oregano, etwas Pfeffer und etwas Salz. Wer es gerne etwas schärfer mag, kann mit der Zugabe von Chili experimentieren.

getrocknete Apfelschalen

Tee aus Apfelschalen

Apfelschalen lassen sich geschnitten und getrocknet, als Tee aufgießen. Die Stückchen eignen sich auch in selbstgemachtem Müsli. Mit Zimt und Zucker bestreut oder aber pur, wird die Apfelschale/-stückchen bei 150 Grad Cesius etwa 20 Minuten im Ofen oder im Dörrautomat gebacken.

Fruchtchips

Knusper-Würz-Früchte

Genießen Sie Trockenobst als Snack zwischendurch! Eine Portion ist etwa eine kleine Handvoll: Hier finden Sie das Rezept:
https://www.in-form.de/rezepte/dessert/knusper-wuerz-fruechte/

Grundrezept Trocknen

Das benötigen Sie:

  • Obst oder Gemüse nach Wahl, Gewürze (Öl für Gemüse)
  • Küchenmesser, Gemüsehobel und Apfelausstecher
  • Schneidebrett und Schüsseln (Topf zum Blanchieren, Eiswürfel und kaltes Wasser)
  • Backofen, Backpapier oder einen Dörrautomaten oder Schnüre zum Lufttrocknen
  • Twist-Off Gläser oder Einmachgläser mit Gummiring und Klammern

So funktioniert es:

Lebensmittel Auswahl: Verwenden Sie stets frische und einwandfreie Lebensmittel. Schadhafte Stellen müssen großzügig entfernt werden. Geschimmelte Lebensmittel dürfen nicht verwendet werden. Entsorgen Sie diese.

Obst: Waschen und reiben Sie das Obst trocken. Schneiden Sie Druckstellen und andere schadhafte Stellen heraus.

Stechen Sie bei Äpfeln das Kerngehäuse aus und hobeln beziehungsweise schneiden Sie das Obst in dünne Ringe.

Halbieren Sie Birnen und entfernen Sie das Kerngehäuse und den Stiel. Hobeln oder schneiden Sie das Obst in schmale Spalten.

Schneiden Sie Steinobst (zum Beispiel Pflaumen, Nektarinen, Aprikosen) ein, entfernen Sie den Kern und klappen die Frucht auseinander.

Sortieren Sie Beerenobst (Heidelbeeren, Himbeeren) nach der Größe. Kleine Beeren trocknen schneller als größere.

Gemüse: Schneiden Sie das Gemüse in dünne Scheiben. Blanchieren Sie das Gemüse am besten kurz (ein- bis zweiminütiges Eintauchen in kochendes Wasser oder Wasserdampf, danach schnelles Abkühlen im Eiswasserbad). Das beschleunigt den Trocknungsprozess und verbessert die Qualität des Gemüses.

Pilze: Schneiden Sie die Pilze in Scheiben.

Kräuter: Zupfen Sie entweder die Blättchen zum Trocknen ab oder schnüren Sie das Schnittgut zu dünnen Bündeln.

Lufttrocknen: Ziehen Sie die vorbereiteten Lebensmittel auf Schnüre oder auf Horden und breiten diese im Freien, im Wintergarten über der Heizung, an einem Fenster oder auf dem luftigen Dachboden zum Trocknen aus. Ideale Bedingungen sind eine geringe Luftfeuchtigkeit und eine Raumtemperatur von 30 Grad Celsius.

Backofen oder Dörrautomat: Obst, Pilze, Kräuter und Gemüse können Sie sowohl im Backofen als auch im Dörrautomaten trocknen. Geben Sie dazu ein bis zwei Kilogramm Trockengut auf mit Pergamentpapier ausgelegte Backbleche oder -roste beziehungsweise ohne Backpapier in den Dörrautomat. Lassen Sie die Backofentür einen Spalt breit offenstehen, damit der Dampf aus dem Backofen abziehen kann. Gemüse im Backofen können Sie mit etwas Öl marinieren.

Gleiches zu Gleichem: Trocknen Sie möglichst gleichartiges und gleichgroßes Trockengut zusammen.

Kontrolle: Kontrollieren Sie während des Trockenvorgangs die Lebensmittel häufiger. Das getrocknete Obst oder Gemüse muss noch leicht elastisch sein, beim Schneiden dürfen keine nassen Stellen mehr sichtbar sein.

Bräunung vermeiden: Bei Äpfeln und Birnen verhindert das Eintauchen in Zitronenwasser (10 Milliliter Zitronensaft auf ein Liter kaltes Wasser) oder Salzwasser (10 Gramm Salz auf ein Liter kaltes Wasser) das Braunwerden.

Nicht trockengeeignet: Borretsch, Sauerampfer, Schnittlauch und Löffelkraut eignen sich nicht zum Trocken, da zu viel Aroma verloren geht.

Mit welchem Gerät lohnt sich das Trocknen?

Überlegen Sie vorher, ob sich der Aufwand - auch aus ökologischen Gründen - im Backofen lohnt. Apfelringe beispielsweise benötigen bei rund 50 Grad Celsius etwa 6 bis 8 Stunden, Tomaten bei 60-65 Grad Celsius zwischen 10 und 24 Stunden. Für große Mengen ist daher ein elektrisch betriebener Dörrapparat sinnvoll.

Trockenzeiten für Obst und Gemüse

Die Trockenzeit in einem Dörrautomaten richtet sich nach Größe und Dicke des Lebensmittels. Die Angaben in der Tabelle sind Anhaltswerte.

LebensmittelTemperatur in °CTrockendauer in Stunden
Apfelschnitze60-6512-24
Apfelringe60-658-10
Aprikosen6010-15
Birnen, ganz60-7048-72
Birnen, halbiert60-7030-36
Birnenschnitze60-6510-15
Kirschen50-6018-24
Zwetschgen, halbiert45-6015-18
Zwetschgen, ganz45-6024-30
Bohnen5510-12
Erbsen55-6010-12
Peperoni50-556-10
Pilze45-505-10
Tomaten60-6510-24
Wurzelgemüse55-606-10
Zucchini608-10
Zwiebeln45-504-8
Gewürzkräuter354-8
Quelle: Schweizerische Zentralstelle für Obst- und Kartoffelverwertung: Dörren von Obst, Gemüse und Kräutern. 1. Aufl., Affoltern am A lbis, 1989  

Getrocknete Lebensmittel lagern:

  • in wiederverschließbaren Einmachgläsern,
  • dunkel und trocken,
  • maximal ein Jahr lang, danach lassen Geschmack und Aroma nach.

Was ist Trocknen?

Getrocknetes Obst und Gemüse

Trocknen ist eines der ältesten Verfahren, um Lebensmittel haltbar zu machen. Dabei wird dem Lebensmittel durch Wärme und Luftzirkulation Wasser entzogen. Mit einer Restfeuchte von 8 bis 20 Prozent enthält das Lebensmittel nur noch so wenig Wasser, dass sich Mikroorganismen nicht mehr vermehren können - das Lebensmittel ist länger haltbar. Damit getrocknetes Obst seine Farbe erhält, wird es häufig industriell geschwefelt.

Autorin: Hannah Schon, BLE

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