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Kind und Berufstätigkeit passen auch während der Stillzeit in der Regel zusammen. Damit Stillen bei der Rückkehr in den Beruf oder die Ausbildung gelingen kann, ist es gesetzlich geschützt.

Zwei Frauen am Tisch mit Laptop
(JLco) Julia Amaral / stock.adobe.com

Viele Stillende und Schwangere halten Stillen und Berufstätigkeit für nicht vereinbar und stillen vor dem Wiedereintritt in Job, Ausbildung oder Studium ab. Dabei ist das deutsche Mutterschutzgesetz auf ihrer Seite: Bis zum ersten Geburtstag des Kindes haben Stillende das Recht auf bezahlte Stillzeiten, Arbeitgebende müssen geeignete Bedingungen für das Stillen oder Abpumpen schaffen, etwa einen abschließbaren Raum mit einer bequemen Sitzgelegenheit, Steckdose, Ablagefläche, Waschbecken und einer Kühlmöglichkeit in der Nähe. Darüber hinaus beinhaltet das Gesetz weitere Regeln zu Arbeitszeiten, Überstunden und zum Schutz vor Gesundheitsgefährdungen im Arbeitsumfeld.

Gut zu wissen: Stillzeiten sind bezahlte Arbeitszeit

Wer in einem Beschäftigungsverhältnis ist, hat im ersten Jahr nach Geburt des Babys Anspruch auf bezahlte Stillzeiten. In diesen Zeiten kann die Mutter das Kind stillen oder Milch abpumpen. Die Stillzeiten müssen die Frauen nicht vor- oder nacharbeiten. Bei Vollzeitbeschäftigten beispielsweise sind das mindestens zweimal täglich 30 Minuten oder einmal pro Tag 1 Stunde. Auch Teilzeitbeschäftigten stehen Stillzeiten zu: Diese sollten so liegen, dass möglichst wenig Arbeitszeit wegfällt, zum Beispiel am Beginn oder Ende des Arbeitstags. Ist der Stillbedarf etwa bei jüngeren Kindern höher, können individuell längere Stillzeiten vereinbart werden. An Sonntagen, Feiertagen und in der Nacht müssen Stillende nicht arbeiten. Auch Schülerinnen und Studentinnen können sich für Stillzeiten freistellen lassen, zum Beispiel während mehrstündiger Prüfungen.

Auch Arbeitgebende und das Kollegium profitieren

Stillen fördert vielfältig und wirksam die Gesundheit von Mutter und Kind, das ist wissenschaftlich belegt: Gestillte Kinder haben zum Beispiel eine um ein Viertel geringere Wahrscheinlichkeit für Übergewicht oder Typ 2-Diabetes und ein um die Hälfte verringertes Risiko für den plötzlichen Kindstod wie Babys, die mit Säuglingsmilch ernährt werden. Doch nicht nur Mutter und Kind haben Vorteile, wenn die Stillfreundlichkeit im Betrieb gefördert wird: Gesunde Mitarbeiterinnen mit gesunden Babys haben tendenziell weniger Fehlzeiten. Auch die Belegschaft profitiert von früh zurückkehrenden Kolleginnen, die ihrer Tätigkeit wieder nachgehen und sich in den Betrieb einbringen. Und im Wettbewerb um Fachkräfte kann Stillfreundlichkeit für den Betrieb ein echter Wettbewerbsvorteil sein.

Den Anspruch kennen und frühzeitig planen

Die praktische Umsetzung der gesetzlichen Regelungen ist noch nicht selbstverständlich. Sowohl Arbeitgebende und Vorgesetzte als auch Arbeitnehmende sind häufig nicht über ihre Rechte und Pflichten informiert. Darüber hinaus gibt es einen Informationsbedarf bei der Belegschaft. Diskussionen, ob beispielsweise Stillzeiten nachgearbeitet werden müssen, erschweren Müttern den Arbeitsalltag. Umso wichtiger ist es, dass Frauen um ihre Rechte wissen. Dies ermöglicht ihnen, dafür einzustehen und frühzeitig zu planen. Bereits in der Schwangerschaft können sie gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber besprechen, wie die Freistellung zum Stillen organisiert werden kann.

Mehr zum Thema Stillen beim Netzwerk Gesund ins Leben

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Was Verbraucher zur Ernährung von Säuglingen wissen wollen

Säugling wird gefüttert
Fotolia.com/nuzza11

Ist es möglich, einen Säugling von 7-11 Monate vegetarisch zu ernähren? Lässt sich durch Hafer, Hirse und Co. der Eisenbedarf decken oder muss ich Fleisch geben? Wie oft sollte das dann in der Woche sein?

Claudia Thienel

Es antwortet: Claudia Thienel, Diplom–Oecotrophologin

 

Frage von gs (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Eine vegetarische Ernährung ist für Kinder grundsätzlich möglich, wenn sie vielseitig und nährstoffreich ist. Besonders wichtig ist die Versorgung mit dem Mineralstoff Eisen. Alternativ zum Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei bekommt der Säugling dann einen vegetarischen Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei. Darin wird das fehlende Eisen aus dem Fleisch durch die Zugabe von eisenreichem Vollkorngetreide, am besten Haferflocken, in Kombination mit Vitamin-C-reichem Obst (Saft oder Obstmus) ersetzt. Der vegetarische Brei sollte auf keinen Fall Milch enthalten, da sie die Eisenverfügbarkeit vermindert. Für einen vegetarischen Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei können 30 Gramm Fleisch durch zehn Gramm Vollkornhaferflocken ersetzt werden. Zusätzlich benötigt der Brei noch etwa zwei bis drei Esslöffel Wasser, da die Konsistenz durch die Haferflocken sonst zu fest wird. Die restlichen Zutaten entsprechen denen des fleischhaltigen Breis: 100 Gramm geputztes Gemüse, 50 Gramm geschälte Kartoffeln, 3 ½ Esslöffel Saft oder Obstpüree und einen Esslöffel Rapsöl. Wenn Ihr Kind regelmäßig Hafer und Hirse in Form von Breien, später auch Müsli, Brot oder Getreidespeisen isst, bekommt es pflanzliches Eisen. Zudem sollten mehrmals in der Woche Hülsenfrüchte, Beerenobst und viel grünes Blattgemüse wie Spinat und ab dem ersten Lebensjahr auch Salate auf dem Speiseplan stehen.

Für Ihr Kind ist in der extremen Wachstumsphase im ersten Lebensjahr und auch danach eine ausreichende Versorgung mit biologisch hochwertigem Eiweiß besonders wichtig. Behalten Sie daher die Eiweißversorgung Ihres Kindes im Auge und lassen das allgemeine Gedeihen regelmäßig von Kinderarzt oder Kinderärztin begutachten. Tierisches Eiweiß hat die höchste biologische Wertigkeit, kann also besonders gut vom Körper in körpereigenes Eiweiß umgebaut werden. Die geringere biologische Wertigkeit von pflanzlichem Eiweiß kann durch Kombination bestimmter pflanzlicher Lebensmittel miteinander oder pflanzlicher Lebensmittel mit Milch oder Ei verbessert werden. Beispiele, wenn das Kind mehr und mehr bei Familienmahlzeiten mit isst, sind hier Kartoffeln mit Ei, Getreide mit Ei (Vollkornpfannkuchen, Getreidebratlinge, Ei mit Mais), Getreide mit Milch bzw. Milchprodukten (z. B. Müsli mit Joghurt, Vollkornbrot mit Käse, Milchreis, Nudelauflauf mit Käse) oder die (rein pflanzlichen) Mischungen aus Getreide mit Hülsenfrüchten (Bohnen-Mais-Eintopf, Linsengemüse mit Reis oder Linsensuppe mit Vollkornbrot). Auch Kartoffeln mit Quark, Kartoffelauflauf, Kartoffeln mit Spiegelei, Reibekuchen, Kartoffeln mit Erbsengemüse sind günstig.

Vitamin B12 kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor und wird nur von Bakterien, Pilzen und einigen Algen gebildet. Neben Fleisch und Fleischwaren stellen Milch und Milchprodukte eine gute Quelle für Vitamin B12 dar. Wenn Ihr Kind regelmäßig Milch und Ei bekommt, brauchen Sie sich über einen Vitamin B12-Mangel keine Gedanken zu machen.

Viele Tipps und praktische Informationen zur Ernährung Ihres Kindes finden Sie beim

Netzwerk Gesund ins Leben.

Mein Sohn ist jetzt bald 10 Monate. Wenn wir morgens am Frühstückstisch sitzen, greift er immer wieder nach den Brötchen im Korb. Darf er schon Brot essen?

Maren Krüger

Es antwortet: Maren Krüger, Ernährungsberaterin

 

Frage von SM (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Mit zehn Monaten können Sie Ihren Sohn allmählich an die normale Familienkost gewöhnen. Die meisten Kinder haben ihre ersten Zähne, die etwas zum Kauen haben wollen. Ihr Sohn kann daher ohne Bedenken morgens und abends eine Brotmahlzeit essen. Bestreichen Sie Brot oder Brötchen, möglichst oft aus Vollkorn, dünn mit Butter, Margarine oder Frischkäse und schneiden Sie es in mundgerechte Stücke, sodass Ihr Kind es ganz allein essen kann. Oder geben Sie ihm ein nicht zu weiches Brötchen, das er mit den Fingern zerreißen, abbeißen oder lutschen kann. Auch Knäckebrot lieben fast alle Kinder! Bieten Sie zum Brot Gurkenstücke oder Obst an. Dazu trinken kann Ihr Sohn morgens und abends einen Becher Milch (150 ml).

Die übrigen Mahlzeiten brauchen Sie jetzt nicht mehr zu pürieren. Die Kinder vertragen durchaus schon Stückiges. Kleine gegarte Fleischbällchen, Kartoffel- oder Möhrenstückchen, Kohlrabistifte, Brokkoli- oder Blumenkohlröschen, grüne Bohnen, feine grüne Erbsen, weiches, zerkleinertes Obst ohne Schale kann Ihr Kind zum Teil auch schon selbständig mit den Fingern oder vom Löffel essen.

Viele Tipps und praktische Informationen zur gesunden Ernährung Ihres Kindes finden Sie beim Netzwerk Gesund ins Leben.

Meine Tochter Nora (6 Monate) weigert sich nach ein paar Löffeln Mittagsbrei mehr zu essen, weint und dreht den Kopf weg. Oft muss ich sie mit Spielzeug und Geschichten erzählen ablenken, damit sie überhaupt was isst.

Claudia Thienel

Es antwortet: Claudia Thienel, Diplom–Oecotrophologin

 

Frage von Mama183 (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Diese Situation ist sicher nicht einfach für Sie und Nora. Aber ich kann Sie beruhigen, das ist nichts Ungewöhnliches. Gerade bei der Umstellung auf Breimahlzeiten oder feste Kost treten diese Situationen häufig auf. Man nennt dies auch eine leichte Fütterstörung. Sie gehen in der Regel von selbst wieder weg.

Wichtig ist nun, dass Sie Ruhe bewahren. Hier einige Tipps dazu:

  • Falls Sie in der Nacht stillen oder die Flasche geben, reduzieren Sie die Milchmahlzeiten in der Nacht.
  • Vergleichen Sie Ihr Kind nicht mit anderen Kindern, sondern versuchen Sie ein Gefühl dafür zu bekommen, wann der richtige Zeitpunkt für das Baby ist neue Konsistenzen und Geschmäcker kennen zu lernen.
  • Es gibt zwar Mengenvorschläge auf Verpackungen und Gläschen, doch diese sind keine Vorgaben. Orientieren Sie sich besser daran, was Ihre Tochter essen kann und will. Lernen Sie Signale zu verstehen, zum Beispiel erst Füttern, wenn das Kind den Mund öffnet und sie anschaut.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Tochter hungrig und nicht zu müde ist, wenn Sie den Brei geben.
  • Generell sollten Sie zu Beginn des Zufütterns nur kleinere Mengen insgesamt und auch nur kleine Mengen auf dem Löffel anbieten.
  • Vielleicht hilft es Ihrer Tochter, wenn Sie selbst aktiv beim Essen sein kann. Geben Sie also Ihrem Kind schon mal den Löffel in die Hand, damit es die Lebensmittel durch riechen, probieren, anfassen und matschen erleben kann.
  • Beenden Sie die Mahlzeit freundlich und schnell, wenn Ihr Kind nicht mehr essen will.
  • Haben Sie möglichst viel Spaß zusammen mit Ihrem Kind am Essenstisch.
  • Trennen Sie klar Spiel- und Esszeiten. Spielzeug sollte nicht im Essbereich liegen.

Viele Tipps und praktische Informationen zur Ernährung Ihres Kindes finden Sie beim Netzwerk Gesund ins Leben, z. B. hier über Hunger- und Sättigung bei Babys.

Muss bei der selbst hergestellten Säuglingskost zwingend auf Demeter-Bio-Produkte zurückgegriffen werden oder können auch Lebensmittel mit EU-Biosiegel oder frische Zutaten ohne Siegel für die selbst hergestellte bedenkenlos genutzt werden?

Maren Krüger

Es antwortet: Maren Krüger, Ernährungsberaterin

 
 

Frage von Suse (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Wenn Sie den Babybrei selbst herstellen, muss das nicht zwingend mit Bio-Lebensmitteln sein und auch nicht mit Demeter-Bio-Produkten sein. Sowohl herkömmlich erzeugte als auch biologisch angebaute Produkte sind für die Zubereitung von Säuglingsbrei geeignet. Alle Produkte müssen den bei uns geltenden lebensmittelrechtlichen Bestimmungen entsprechen. Biologische Lebensmittel müssen speziell nach den Vorschriften der EG-Öko-Verordnung produziert worden sein. Verbände, wie Demeter oder Bioland, orientieren sich bei einigen Aspekten an noch strengeren Auflagen.

Hinsichtlich des Nährstoffgehaltes gibt es keine wesentlichen Unterschiede zwischen ökologischen und konventionell erzeugten Lebensmitteln. Dennoch haben Bioprodukte einige Vorteile:

  • Sie sind unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien (z. B. Energieeinsatz, Ausstoß von Treibgasen, Erosionsneigung der Böden, Artenvielfalt) umweltverträglicher.

  • Sie sind deutlich weniger mit Rückständen belastet, weil chemisch-synthetische Pestizide gar nicht und Düngemittel sowie Tierarzneimittel in geringerem Umfang angewendet werden.

  • Sie enthalten oft mehr gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe.

  • Teilweise geschmackliche Vorteile: Bio-Möhren haben vielfach ein breiteres Aroma als konventionelle.

  • Häufig wird eine größere Sortenvielfalt angeboten.

Darüber hinaus betonen viele Anhänger der Biolebensmittel den leckeren Geschmack der Produkte.

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